Elf frischgebackene Ingenieure und Techniker

„Gemeinsam bewegen wir mehr, und es gelingt besser": Die Fachschule für Wirtschaft und Technik verabschiedet ihre Absolventen

Von Catrin Kammer

Clausthal-Zellerfeld. Die Absolventenhüte flogen wieder an der Fachschule für Wirtschaft und Technik (FWT): Schneller als wohl anfangs gedacht war die Zeit im Oberharz vergangen, und elf Absolventen konnten ihre wohlverdienten Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen. Sechs staatlich geprüfte Techniker und fünf Ingenieure haben erfolgreich ihren Abschluss an der FWT, der Bergschule in Clausthal, gemacht. Der Bezug zum Bergbau war bei einigen Absolventen gegeben, die zum Beispiel von K+S oder der Remex Kamsdorf kamen. Andere hingegen kamen aus unterschiedlichen Bereichen, wie etwa den Harzwasserwerken oder den Stadtwerken Clausthal-Zellerfeld.

Schulleiter Dr. Michael Richter freute sich, zur Abschlussfeier viele Familienangehörige begrüßen zu können. Sein Dank galt den Landesämtern, den entsendenden Unternehmen, den Trägern der Schule und auch allen engagierten Dozenten sowie den Mitarbeitern der Verwaltung. Gemeinsam habe man die Bergschüler zum Erfolg führen können.

Mut zur Veränderung

Ein Blick zurück zeigte die Etappen des Erfolgs auf: Zunächst einmal haben alle Bergschüler, wie man sie in Clausthal noch immer nennt, Mut zur Veränderung und Leistungsbereitschaft mitgebracht: „Egal ob jung oder älter: noch mal zum Lernen in die Schule? Für einige unvorstellbar - Sie haben es gewagt!" Man habe Teams gebildet, Lerngruppen etabliert und so wichtige Netzwerke geknüpft. Diese halten lange, wie Richter versicherte: „Wir haben hier schon 50-jährige Absol- vententreffen erlebt." Selbst wer nicht aus dem Bergbau gekommen sei, verstehe hier das dortige Motto: „Gemeinsam bewegen wir mehr, und es gelingt besser." Ein ganz wichtiger Baustein der FWT-Ausbildung sei der Bezug zur Praxis. Und so erlebten auch diese Absolventen interessante Lehrfahrten zu verschiedenen Firmen im engeren und weiteren Umkreis sowie Grubenfahrten in den Schächten und der Fabrik des Verbundwerkes Werra.

Doch auch den Harz und seine Traditionen muss man als Bergschulabsolvent kennen. Wanderungen führten zum Brocken und in Bergbaumuseen. Die Absolventen erlebten diesmal ein Highlight: „Im September 2025 feierten wir 250 Jahre Bergschule Clausthal mit 250 Gästen." Der Rückblick galt auch den gemeinsamen Chorabenden. Um auch die Gäste daran teilhaben zu lassen, hatte es sich der Bergschulchor nicht nehmen lassen, einige seiner Lieder zu Gehör zu bringen und mit allen gemeinsam feierlich das Steigerlied zu singen.

Chancen durch den Abschluss

Bergoberrat Andreas Bär vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) gratulierte herzlich im Namen seiner Behörde zum Abschluss und betonte, wie wichtig Rohstoffe und damit der Bergbau für ein Industrieland seien. Mit dem Abschluss ergeben sich große Chancen. Über viele Jahre hat Bär die Ausbildung an der FWT für das LBEG begleitet, wird seine Aufgaben an den Referatsleiter Jens Knochen übergeben und in eine andere Behörde wechseln. Im Namen der Schule dankte Michael Richter für die gute Zusammenarbeit.

Die Absolventen haben nun das notwendige Wissen und Können, also Fach- und Methodenkompetenz, erhalten. Auf der anderen Seite persönliche und soziale Kompetenzen - ein perfektes Rüstzeug also für eine erfolgreiche Karriere.

Grüne und schwarze Hüte

Die Techniker-Absolventen tragen nun einen grünen Hut, die frischen Ingenieure haben ihren Absolventenhut in der Farbe Schwarz erhalten. Sie haben damit den höchsten hier an der FWT erreichbaren Abschluss erzielt. Unter Jubel der Gäste flogen zum Abschluss die Hüte in die Luft.

Text: Dr.-Ing. Catrin Kammer, Fotos: Sandra Träger
Text erschienen am 07.06.2026 in der Goslarschen Zeitung